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Maximiliane Wilkesmann, Uwe Wilkesmann, Alfredo Virgillito:
Erwartungen an Interessenvertretungen aus der Perspektive
von abhängig Beschäftigten
In diesem Beitrag gehen wir der Frage nach, welche Erwartungen abhängig Beschäftigte an ihre Interessenvertretung haben. Um der Beantwortung dieser Frage näher zu kommen, skizzieren wir den Stand der Forschung zu Interessenvertretungen und Erwartungen an Interessenvertretungen.Bis auf einige wenige Hinweise stellen sich Erwartungen an Interessenvertretungen als ein blinder Fleck in der Erforschung industrieller Beziehungen dar, den wir mit Hilfe einer qualitativen Studie explorativ erforschen. Die Ergebnisse dieser Studie zeigen, dass vier Erwartungstypen unterschieden werden können: (1) Weitergabe von Informationen, (2) persönliche Unterstützung, (3) Sprachrohr der Belegschaft und (4) Kontrolle von kollektiven Regulierungsgegenständen. Darüber hinaus wurden von den Befragten Erwartungen zu persönlichen Eigenschaften und zum Verhältnis zur Geschäftsleitung genannt. Ein geringes Wissen zu Interessenvertretungen führt oftmals zu Erwartungen, die über die gesetzlichen Bestimmungen hinausgehen.
Michael Buestrich, Frank-Peter Oltmann:
Die Förderung der Beschäftigungsfähigkeit Älterer zwischen
politischen Ansprüchen und den veränderten Bedürfnissen der
„jungen Alten“: Die „Initiative 50plus“
Die arbeitsmarktpolitische Wiederentdeckung der Förderung älterer Arbeitnehmer und Arbeitsuchender im Rahmen der „Initiative 50 Plus“ wird vornehmlich demografisch begründet. Mit dem Verweis auf die Unterjüngung bzw. Überalterung der Bevölkerung erscheinen längere Lebensarbeitszeiten quasi unwidersprechlich. Zugleich wird ein verändertes (Selbst-)Bild der „neuen“ Senioren angeführt, die anders als frühere Generationen, auch im Alter „aktiv“ und das bedeutet auch erwerbstätig sein wollen. Der Beitrag fragt nach der Stichhaltigkeit dieser Begründungszusammenhänge und verortet den Grund des steigenden Interesses der Politik an der Beschäftigung älterer Arbeitnehmer dabei weniger arbeitsmarktpolitisch: Es sind letztlich fiskalische Gründe, die ihre forcierte Beschäftigung zukünftig alternativlos erscheinen lassen.
Lars Borgmann, Jens Rowold:
Eine Taxonomie organisationaler Strukturdimensionen und ihre
Anwendung in der Führungsforschung
Mehrere aktuell diskutierte Theorien erfolgreicher Führung werden gegenwärtig hinsichtlich kontextualer Einschränkungen kritisch hinterfragt und aufgrund empirischer Ergebnisse präzisiert. Jedoch erfolgt diese kontextfokussierte Forschung selten theoriegeleitet, da in der Führungsforschung bislang kein einheitliches System von Dimensionen der Organisationsstruktur zu finden ist. Der vorliegende Beitrag versucht diese Lücke zu schließen, indem eine Taxonomie von organisationalen Strukturdimensionen kritisch geprüft wird. Die definierten Strukturdimensionen ergeben sich aus einer kritischen Diskussion aktueller, vor allem betriebswirtschaftlicher Literatur. Die Strukturdimensionen lassen sich als Kontextbedingungen effektiver Führung verstehen und bieten daher die Möglichkeit, Fortschritte für die Führungsforschung zu ermöglichen.
Hartmut Seifert:
Atypische Beschäftigung in Japan und Deutschland
Der Beitrag vergleicht atypische Beschäftigungsformen in Japan und Deutschland, zwei Ländern mit unterschiedlichen Regelungsstrukturen. Ungeachtet dieser Unterschiede zeigen Teilzeit- und Leiharbeit sowie befristete Beschäftigung eine erstaunlich hohe Parallelität bei Ausmaß und Entwicklung. Für weibliche Beschäftigte sind atypische Beschäftigungsverhältnisse zur „neuen Normalität“ geworden. In beiden Ländern sind atypisch Beschäftigte sowohl beim Einkommen als auch beim Zugang zu betrieblicher Weiterbildung gegenüber vergleichbaren Beschäftigten mit Normalarbeitsverhältnissen benachteiligt. In Deutschland, wo das „Equal-treatment- Prinzip“ besser verankert ist als in Japan, fallen die Benachteiligungen auch nicht ganz so krass aus.
Elke Wiechmann, Leo Kißler:
Kommunale Demographiepolitik. Antworten auf
den sozio-demographischen Wandel in den Rathäusern
besprochen von Maren Kohrsmeyer, Bochum
Gudrun Faller:
Lehrbuch Betriebliche Gesundheitsförderung
besprochen von Hans-Werner Bierhoff und
Lisa Tietz, Bochum
Alexander Neumann:
Kritische Arbeitssoziologie. Ein Abriss
besprochen von Stefan Kerber-Clasen, Saarbrücken